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Artikel: Schädigt Bleaching den Zahnschmelz?

Schädigt Bleaching den Zahnschmelz?

Wer sich hellere Zähne wünscht, stolpert früher oder später über die Frage: „Mache ich mir damit eigentlich meinen Zahnschmelz kaputt?“ Eine berechtigte Sorge. Schließlich ist der Zahnschmelz die wichtigste Schutzschicht unserer Zähne und wächst – einmal verloren – nicht mehr nach.

In diesem Artikel schauen wir uns die Fakten an: Wie hart ist Zahnschmelz wirklich, was passiert chemisch beim Bleaching und was sagt die Wissenschaft zur langfristigen Gesundheit deiner Zähne?

 

Der Bodyguard deiner Zähne: Ein kleiner Exkurs zur Härte

 

Dass der Zahnschmelz die härteste Substanz im menschlichen Körper ist, verwundert nicht in Anbetracht der Tatsache, dass die Zähne für die Zerkleinerung der Nahrung zuständig sind und viele Jahre enormen Kaudruck aushalten müssen.

Die Härte von Materialien wird wissenschaftlich oft mit der sogenannten Mohs-Skala (von 1 bis 10) angegeben. Hier zeigt sich, wie widerstandsfähig unsere Zähne wirklich sind:

  • Zahnschmelz erreicht beim Menschen eine Härte von 5.

  • Das liegt im Bereich von Cobalt, welches ebenfalls eine Härte von 5 aufweist.

  • Zum Vergleich: Platin ist mit einer Härte von 3,5 weicher.

  • Der Diamant bildet mit einer Härte von 10 das obere Ende der Skala.

Kurz gesagt: Zahnschmelz ist extrem robust. Aber er ist nicht unzerstörbar. Säuren sind sein natürlicher Feind, da sie Mineralien aus dem Kristallgitter lösen können.

Der Einfluss verschiedener Bleaching-Methoden

 

Nicht jedes Mittel wirkt gleich auf die Zahnhartsubstanz. Man muss hier strikt zwischen chemischem Bleaching (Peroxide) und mechanischem „Whitening“ (Schmirgelstoffe) unterscheiden.

 

1. Medizinisches Bleaching (Wasserstoffperoxid / Carbamidperoxid)

 

Professionelle Gele, wie sie Zahnärzte  mit maßgefertigten Schienen verwenden, arbeiten oxidativ.

  • Der Mechanismus: Die Peroxide setzen Sauerstoffradikale frei. Diese dringen in den Schmelz ein und spalten die dunklen Farbpigmente auf.

  • Der Effekt auf den Schmelz: Es wird keine Zahnsubstanz abgetragen. Allerdings kommt es während der Einwirkzeit zu einer temporären Dehydrierung (Austrocknung) und einer leichten Aufrauung der Oberfläche.

  • Das Urteil zur Gesundheit: Die Methode ist sicher, da reversibel. Es ist die einzige Methode, wie wir von bleachingschiene.de empfehlen.

 

2. Abrasive Zahncremes („Whitening Toothpastes“)

 

Hier ist Vorsicht geboten. Viele frei verkäufliche "Weißmacher-Zahncremes" arbeiten mit einem hohen RDA-Wert (Relative Dentin Abrasion = Maß für den Abrieb).

  • Das Problem: Sie bleichen nicht chemisch, sondern schmirgeln Oberflächenverfärbungen wie Schleifpapierpapier ab.

  • Das Urteil zur Gesundheit: Bei dauerhafter Anwendung tragen sie kontinuierlich  mikroskopisch kleine Schichten des Zahnschmelzes ab (Abrasion). Der Zahn wird dünner und langfristig sogar gelber, weil das darunterliegende Zahnbein durchschimmert.

 

3. DIY-Hausmittel (Zitrone, Backpulver)

 

Aus medizinischer Sicht gilt hier: Finger weg!

  • Das Problem: Zitronensaft ist reine Säure, die den Schmelz aufweicht (Erosion). Putzt man dann noch mit Backpulver (grobe Körnchen) darüber, schrubbt man den aufgeweichten Schmelz direkt weg.

  • Das Urteil zur Gesundheit: Ein direkter Angriff auf die Härteklasse 5 und irreversibel schädlich.


 

Deep Dive: Was die Wissenschaft dazu sagt

 

Falls du dich fragst, ob die Sicherheit von professionellem Bleaching nur eine Behauptung ist – die Zahnmedizin untersucht das Thema seit Jahrzehnten. Hier sind die wichtigsten Erkenntnisse:

1. Der Speichel repariert den Schmelz (Remineralisation) Kritiker behaupten oft, Bleaching würde den Schmelz dauerhaft aufweichen. Studien zeigen jedoch, dass diese Erweichung (Reduktion der Mikrohärte) nur temporär ist. Unser Speichel enthält Calcium und Phosphat, die den Schmelz auf natürliche Weise wieder härten. (Studie: Justino et al., "In situ and in vitro effects of bleaching with carbamide peroxide on human enamel", Operative Dentistry)

2. Fluorid wirkt als Booster Wer nicht warten will, bis der Speichel die Arbeit erledigt, kann nachhelfen. Die Anwendung von Fluorid direkt nach dem Bleaching stoppt nicht nur Empfindlichkeiten, sondern stellt die Härte fast sofort wieder her. (Studie: Attin et al., "Fluoridierung schützt Zahnschmelz nach dem Bleaching", Schweiz Monatsschr Zahnmed)

3. Der pH-Wert ist entscheidend Nicht das Peroxid an sich ist das Hauptproblem, sondern oft der pH-Wert des verwendeten Gels. Professionelle Gele sind meist pH-neutral (um 7,0), während billige Online-Produkte oft sauer sind, um die Haltbarkeit im Lager zu verlängern. Saure Gele greifen die Zahnstruktur an. (Studie: Sun et al., "Effects of acidic and neutral bleaching agents on enamel surface", Journal of Dentistry)


 

So erhältst du den Zahnschmelz langfristig

 

Damit der Zahnschmelz seine Schutzfunktion (und die neue helle Farbe) behält, braucht er nach dem Bleaching ein bisschen Support.

 

Trend-Check: Nano-Hydroxylapatit („Flüssiger Zahnschmelz“)

 

Neben Fluorid gibt es eine moderne Alternative: Hydroxylapatit (HAP). Unser Zahnschmelz besteht zu ca. 97 % genau aus diesem Stoff.

  • Der Repair-Effekt: Durch das Bleaching werden die Poren des Zahnschmelzes kurzzeitig geöffnet. Nano-Hydroxylapatit-Partikel sind so klein, dass sie in diese offenen Kanälchen eindringen und sie physisch verschließen.

  • Schutz vor „Zahnblitzen“: Empfindlichkeiten bei Kälte verschwinden oft schneller.

  • Der Glossy-Look: Die Zahnoberfläche wird geglättet, was für mehr Glanz sorgt und Neuverfärbungen erschwert.

 

Die „Weiße Diät“ und Basis-Hygiene

 

In den ersten 24 bis 48 Stunden nach dem Bleaching ist der Schmelz besonders aufnahmefähig für Farbstoffe. Kaffee, Rotwein, Curry oder dunkle Beeren sollten in dieser Zeit tabu sein. Langfristig gilt:

  1. Regelmäßige Mundhygiene: 2x täglich putzen.

  2. Zahnseide: Täglich nutzen (die Zahnzwischenräume sind Karies-Hotspots).

  3. Säurepausen: Nach säurehaltigem Essen (Obst, Säfte) dem Speichel Zeit geben, die Säure zu neutralisieren, bevor man putzt.

 

Wie oft kann man problemlos bleachen?

 

Bleaching beeinflusst den Schmelz chemisch nur temporär. Daher ist es sicher – solange man den Zähnen Zeit zur Erholung gibt.

Wie lange man aber tatsächlich zwischen den Anwednungen warten sollte, hängt vom individuellen Zustand Ihrer Zähne und der Gesundheit des Zahnfleischs ab. Sprechen Sie daher vor einer Wiederholung mit Ihrem Zahnarzt. 

  • Refresh: Ein Auffrischen (Touch-up) ist meist erst nach 6 bis 12 Monaten nötig oder sinnvoll.
  • Die Grenze: Wer häufiger als alle 6 Monate bleacht, riskiert, dass die Prismenstruktur des Schmelzes dauerhaft porös wird. „Transparente“ oder gläsern wirkende Schneidekanten sind ein Warnsignal des Körpers.

Fazit: Der Zahnschmelz ist hart, aber er braucht Pflege. Ein hochwertiges Bleaching mit passgenauen Schienen gefährdet die Substanz nicht, sofern man dem Zahn danach Zeit zur Remineralisierung gibt. Idealerweise unterstützt man die Remineralisierung mit geeigeneten Produkten auf Basis von Fluorid oder Hydroxylapatit.

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